07.09.11

karikatur auf tour

karikatur auf tourein Projekt
 
in dem die Karikaturen mit mir auf Tournee gehen,
um sich in ihrer Eigenart zu zeigen 
und ihr Potenzial aufblitzen zu lassen...

Die Projektteilnehmer werden in die Welt der Karikatur förmlich eingetaucht, wie in das kalte Wasser und müssen sehen wie sie wieder herauskommen.
Sie erleben den  Werdegang einer Karikatur von der Idee bis zu der zeichnerischen Ausführung.

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Hintergrund

20.08.11

Untergang/decline

Die Diktatur scheint nicht mehr zukunftsfähig zu sein. Die Wenigen, die etwas dagegen haben, sind in vorderster Front naturgemäß die Betroffenen selbst. Wie etwa der syrische Machthaber, der Schlussstein einer Dynastie, die seit Generationen die Geschicke Syriens bestimmt. Nicht weniger als 24 konkurrierende Geheimdienste ziehen ein engmaschiges, spinnenartiges Informationsnetz über das Land bis tief in die Schlafzimmer der Bürger. Dennoch bröckelt der Zement des gewaltigen Machtapparates. Assad sieht entschlossenen und unerschrockenen Gegnern ins Auge, die eine ungeahnte Zähigkeit und Ausdauer an den Tag legen. Haben sich die Methoden seines Vaters noch bewährt - er hat 1982 als krude Machtdemonstration bei Aufständen schätzungsweise 1200 Menschen massakrieren lassen - heute scheinen sie nicht mehr zu greifen. Wieviel bis jetzt in den Unruhen ums Leben gekommen sind, das weiß niemand mit Gewissheit zu sagen. Vorsichtige Schätzungen sprechen von 2500 Menschen. Informationen aus den syrischen Geheimdiensten lassen hingegen durchsickern, dass es sich wohl um ein Vielfaches dieser Schätzung handeln muss, wenn man den Aufwand und die Strafaktionen der syrischen Sicherheitsdienste und Streitkräfte in Betracht zieht.

13.08.11

höchste Autorität

London wird  geplündert und gebrandschatzt. Von seinen eigenen Kindern, mitunter Zehnjährigen. Der Brite ist zutiefst geschockt und ihr sonst so geschmeidiger Regierungschef zeigt eiserne Härte. Notfalls will er sogar  die wackere British Army bemühen, sollten die dezimierten  und in die Kritik geratenen Polizeikräfte nicht schnelle Erfolge  bei der Bekämpfung von sinnloser Gewalt vorweisen können. Sinnlose Gewalt? Das Vorgehen der jugendlichen Heißsporne ist verbrecherisch, keine Frage. Körperliche Gewalt, Bedrohung, Diebstahl, mutwillige Zerstörung wie Anzünden von Autos, von Häusern sogar; all das sind beileibe keine Lausbubenstreiche, auch wenn sie von Minderjährigen verübt werden. Und der Staat in Person des Premiers kündigt zu Recht Konsequenzen an. Eines darf er aber nicht vergessen: Die Gewaltbereitschaft der Jugendlichen hat viele Wurzeln, viele davon sind in Versäumnissen der Gesellschaft zu suchen und zu finden. Nicht nur auf der britischen Insel. Genau diese sind bis auf die feinste Kapillarwurzel freizulegen, dann erst erhält man Aufschluss über die Dynamik der  nur scheinbar sinnlosen Gewalt.

29.07.11

Patt - Situation

Die amerikanischen Abgeordneten haben offenbar Nerven aus Stahl. Das Nervenkostüm der Anleger dagegen entpuppt sich wie gewohnt als sehr fragil: Der Goldpreis schnellt in ungeahnte Höhen und der Schweizer Franken bewährt sich als Fluchtwährung. 
Die Staatspleite ist bereits im Gespräch, eine Einigung in letzter Sekunde rückt mit dem Verstreichen der Zeit immer weiter in die Ferne. Die Fronten haben sich festgefahren, zu allem Überfluss. Ist denn alles angerichtet für den weltwirtschaftlichen Supergau? Eigentlich schon, die Wand steht unbeirrt, auf die der Karren prallen wird. Dennoch, die dünne Hoffnung, sie lebt. Die Hoffnung, auf eine rechtzeitige einvernehmliche Lösung und dass sich das Gefährt dann noch als mänovrierfähig erweist.

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