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29.07.11

Patt - Situation

Die amerikanischen Abgeordneten haben offenbar Nerven aus Stahl. Das Nervenkostüm der Anleger dagegen entpuppt sich wie gewohnt als sehr fragil: Der Goldpreis schnellt in ungeahnte Höhen und der Schweizer Franken bewährt sich als Fluchtwährung. 
Die Staatspleite ist bereits im Gespräch, eine Einigung in letzter Sekunde rückt mit dem Verstreichen der Zeit immer weiter in die Ferne. Die Fronten haben sich festgefahren, zu allem Überfluss. Ist denn alles angerichtet für den weltwirtschaftlichen Supergau? Eigentlich schon, die Wand steht unbeirrt, auf die der Karren prallen wird. Dennoch, die dünne Hoffnung, sie lebt. Die Hoffnung, auf eine rechtzeitige einvernehmliche Lösung und dass sich das Gefährt dann noch als mänovrierfähig erweist.

12.03.10

Wachstum Nullwachstum Negativwachstum

Wenn gar nichts mehr geht, dann wirft sich Berlusconi höchst selbst mitsamt seinem Charisma ins Geschehen. Gerne inszeniert er sich dabei als erfolgreicher Unternehmer, der Staatsmann tritt selbstredend in den Hintergrund, denn dem Staate geht es schlecht. Die Staatsverschuldung, man weiß nicht so genau in welchen astronomischen Höhen sie sich bewegt, lag im April 09 bei 1.750.000.000.000 Euro, ausgeschrieben tausendsiebenhundertfünfzig Milliarden Euro. Der schwindelerregende Schuldenstand wäre an sich nicht so schlimm, schwerer wiegt die Tatsache, dass Italiens Wirtschaft seit Jahren schrumpft, das bedeutet die Ausgaben werden bei Weitem nicht gedeckt. Die Aussichten auf Wachstum sind in den Zeiten der Wirtschaftskrise mehr als dürftig, entgegen den Beteuerungen des Ministerpräsidenten, der vom hohen optimistischen Ross aus (bisogna cavalcare l'ottimismo) zaghafte Wachstumssprosse erkennen will.

22.12.08

Willkommen an Bord, in ein bis zwei Jahren sind wir wieder draußen.

 

Welcome aboard or we'll be free again in one or two years' time/Benvenuta a bordo, tanto usciremo tra un o due anni
Die Rezessionswelle rollt gnadenlos über die Vereinigten Staaten von Amerika. ausgelöst von einer beipiellosen Immobilienblase, aufgeblähten Bankinstituten, einer schwindelerregenden Auslandsverschuldung mit dem Großgläubiger China und zu allem Überfluss noch verstärkt von einer stagnierenden Wirtschaftsleistung. Der Rest der Welt (aus amerikanischer Sicht) ist mit der wirtschaftlichen Supermacht engstens verzahnt, ein morgendliches amerikanisches Bauchdrücken, wächst sich bis zum Abend weltweit zu einem Magen- Darminfekt aus. Und so wartet Europa, zur Abwechslung in Not geeint, auf hereinbrechendes Unheil, das langsam vom Westen her heraufdämmert. Bangend schaut der Europäer senilen Auges auf die grassierende Massenarbeitslosigkeit in Amerika, zuckt gefasst erschrocken  beim Zusammenkrachen ganzer Bankinstitute; stellt konsterniert fest, dass schmucke Vorstädtchen, von schnellreichen Amerikanern aus dem Boden gestampft, jetzt verlassen vermodern und die ehemals stolzen Besitzer nun in Zeltstädten hausen müssen. Der Fahrstuhl nach unten ist in Amerika zum Bersten gefüllt. Das Herz des Europäers krampft sich hasenfüßig zusammen, angesichts dieser Tragik. Tragik??? Vermag amerikanischen Uroptimismus nicht zu brechen. Im Gegenteil: Ein Abstieg beflügelt, setzt frische Kräfte frei, die nach oben drängen, frei vom Ballast des Alten und offensichtlich Unnützen. Wer tief fällt, kann wieder hoch steigen, die Umkehrung einer europäischen Volksweisheit: Wer hoch fliegt, fällt tief.

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