London wird geplündert und gebrandschatzt. Von seinen eigenen Kindern, mitunter Zehnjährigen. Der Brite ist zutiefst geschockt und der sonst so geschmeidiger Regierungschef zeigt eiserne Härte. Notfalls will er sogar die wackere British Army bemühen, sollten die dezimierten und in die Kritik geratenen Polizeikräfte nicht schnelle Erfolge bei der Bekämpfung von sinnloser Gewalt vorweisen können. Sinnlose Gewalt? Das Vorgehen der jugendlichen Heißsporne ist verbrecherisch, keine Frage. Körperliche Gewalt, Bedrohung, Diebstahl, mutwillige Zerstörung wie Anzünden von Autos, von Häusern sogar; all das sind beileibe keine Lausbubenstreiche, auch wenn sie von Minderjährigen verübt werden. Und der Staat in Person des Premiers kündigt zu Recht Konsequenzen an. Eines darf er aber nicht vergessen: Die Gewaltbereitschaft der Jugendlichen hat viele Wurzeln, viele davon sind in Versäumnissen der Gesellschaft zu suchen und zu finden. Nicht nur auf der britischen Insel. Genau diese sind bis auf die feinste Kapillarwurzel freizulegen, dann erst erhält man Aufschluss über die Dynamik der nur scheinbar sinnlosen Gewalt.
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13.08.11
12.07.11
Blick in den Abgrund
Die Briten haben weltweit den besten Journalismus. Sagt man und da ist sicher Wahres dran, wenn man die ganze Bandbreite in ihrer Vielfalt betrachtet. Bestes journalistisches Handwerk exportieren die Briten übrigens neuerdings erfolgreich in die Vereinigten Staaten. Besonders die Onlinversionen der renommierten britischen Blätter haben dort viele Leser. Allerdings ist die Presse auf der Insel auch wegen der vielen und besonders aggressiv agierenden Revolverblätter bekannt.
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20.05.11
Gemeinsamkeiten
"Pssst. wir sind soo pleite."
Genau 100 Jahre ist es her, dass der Nachbar, damals noch strenger Kolonialherr, seinen Besuch abstattete.
Nach langwierigen Vorbereitungen war es endlich soweit. Die Queen erschien mit betoniertem Lächeln und platzierte ihre Versöhnungsgesten. Die Iren, ihrerseits stolz und nicht ohne Humor, meinten: "Vor Großbritannien verneigt sich der Ire nicht mehr, dafür aber vor den Finanzhäusern". Ein Schicksal, das sich die grüne Insel mit der verflossenen Großkolonialmacht Großbritannien übrigens teilt. Die Briten trifft gerade ein besonders empfindlich streng geschnürtes Sparpaket, das genau die Löcher stopfen soll, die das exhorbitante Treiben der einheimischen Banken in den Haushalt gerissen hat.
15.04.11
Krisenstimmung
Eine beispiellose Aufbruchstimmung im nördlichen Afrika und in einigen anderen arabischen Ländern fegt die Diktatoren hinweg.
Die westlichen Demokratien trauen ihren Augen nicht, sie fühlen sich überrumpelt, sind sie es doch gewohnt Demokratie eigenhändig und wortgewaltig zu exportieren. Indes wachsen andere Sorgen: Angst um die Ölversorgung und Furcht vor den Auswanderungswellen der betroffenen Länder.
Die westlichen Demokratien trauen ihren Augen nicht, sie fühlen sich überrumpelt, sind sie es doch gewohnt Demokratie eigenhändig und wortgewaltig zu exportieren. Indes wachsen andere Sorgen: Angst um die Ölversorgung und Furcht vor den Auswanderungswellen der betroffenen Länder.
13.12.10
12.06.09
Brown von Münchhausen
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