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17.08.09

Nachwirkungen

Alles unter Kontrolle. Die Experten versprühen vorsichtig Optimismus. Der Trend zeigt eindeutig nach oben, zumindest häufen sich die Anzeichen. Die Rezession scheint Vergangenheit, sie hat nicht die befürchteten Spuren der Verwüstung gezogen, wenn nicht noch die schmerzhaften Auswirkungen ausständig wären. Die da sind: Arbeitslosigkeit und Inflation. Die Deflation ist die momentane Gegenwart. Sie schmerzt nicht - jedenfalls nicht den Verbraucher - und sie fürchtet keiner, die Furcht fokussiert sich auf die zukünftigen Ungewissheiten. Der Markt ist sich selbst überlassen, er wird sich selbst regulieren, gemäß seinen Gesetzen, die wir leider noch nicht durchschaut haben.

22.12.08

Willkommen an Bord, in ein bis zwei Jahren sind wir wieder draußen.

 

Welcome aboard or we'll be free again in one or two years' time/Benvenuta a bordo, tanto usciremo tra un o due anni
Die Rezessionswelle rollt gnadenlos über die Vereinigten Staaten von Amerika. ausgelöst von einer beipiellosen Immobilienblase, aufgeblähten Bankinstituten, einer schwindelerregenden Auslandsverschuldung mit dem Großgläubiger China und zu allem Überfluss noch verstärkt von einer stagnierenden Wirtschaftsleistung. Der Rest der Welt (aus amerikanischer Sicht) ist mit der wirtschaftlichen Supermacht engstens verzahnt, ein morgendliches amerikanisches Bauchdrücken, wächst sich bis zum Abend weltweit zu einem Magen- Darminfekt aus. Und so wartet Europa, zur Abwechslung in Not geeint, auf hereinbrechendes Unheil, das langsam vom Westen her heraufdämmert. Bangend schaut der Europäer senilen Auges auf die grassierende Massenarbeitslosigkeit in Amerika, zuckt gefasst erschrocken  beim Zusammenkrachen ganzer Bankinstitute; stellt konsterniert fest, dass schmucke Vorstädtchen, von schnellreichen Amerikanern aus dem Boden gestampft, jetzt verlassen vermodern und die ehemals stolzen Besitzer nun in Zeltstädten hausen müssen. Der Fahrstuhl nach unten ist in Amerika zum Bersten gefüllt. Das Herz des Europäers krampft sich hasenfüßig zusammen, angesichts dieser Tragik. Tragik??? Vermag amerikanischen Uroptimismus nicht zu brechen. Im Gegenteil: Ein Abstieg beflügelt, setzt frische Kräfte frei, die nach oben drängen, frei vom Ballast des Alten und offensichtlich Unnützen. Wer tief fällt, kann wieder hoch steigen, die Umkehrung einer europäischen Volksweisheit: Wer hoch fliegt, fällt tief.

Wohin des Weges?

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