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18.07.11

e la festa continua?

Übersetzung Sprechblase: Lieber Professorino, selbstverständlich braucht es drastische und kühne Signale.
Alle Zeichen stehen jedoch auf Sturm, der Himmel hat sich längst nicht nur am Horizont verfinstert. Berlusconi sitzt in mehreren Klemmen gleichzeitig. Italien muss ein starkes Zeichen setzen, die EU verlangt ein regelrechtes Gelöbnis, das dem wuchernden Haushaltsdefizit Einhalt gebieten soll. Das eilig geschnürte Sparpaket vermag vielleicht die blankliegenden Nervenbündel der Finanzmärkte einigermaßen  beruhigen, es bedeutet aber Ungemach für die amtierende Regierung in der Person von Silvio Berlusconi. Die schmerzhaften Einsparungen lassen sich nicht leicht kleinreden, das vermag auch der sonst so pomadige Redner Berlusconi nicht. Der schale Nachgeschmack bleibt. Den sparenden italienischen Familien wird in die Taschen gegriffen, während beispielsweise die Steuerflucht der Reichen nicht eingedämmt wird.  Die Spitzengehälter  der Politiker werden etwa keineswegs gekürzt. Nirgendwo verdient es sich in der Politik so gut wie in Italien. 
 Berlusconi hat sich gegen den sparenden Tremonti  mit Zähnen und Klauen gewehrt, ein regelrechter Machtkampf, den er zähneknirschend verloren hat. Liebend gerne wäre der Regierungschef in die Offensive gegangen und hätte wie gewohnt zum x-ten Male die wirtschaftliche Schwäche des Landes nicht nur zerredet, sondern im selben Atemzug seine eigene Übergröße und Einzigartigkeit  ausgelassen gefeiert.   Denn Feiern, das kann er.

20.04.11

bunga bunga

Übersetzung:

"Ich weise darauf hin,
dass sich die  Integrationsmaßnahmen für minderjährige Einwanderer weiblichen Geschlechts,
welche dank meiner persönlichen Initiative umgesetzt werden,
als sehr, sehr wirksam erweisen."



zu meinem neuen Journal "Karikatur Portraet 2013"
.

12.03.10

Wachstum Nullwachstum Negativwachstum

Wenn gar nichts mehr geht, dann wirft sich Berlusconi höchst selbst mitsamt seinem Charisma ins Geschehen. Gerne inszeniert er sich dabei als erfolgreicher Unternehmer, der Staatsmann tritt selbstredend in den Hintergrund, denn dem Staate geht es schlecht. Die Staatsverschuldung, man weiß nicht so genau in welchen astronomischen Höhen sie sich bewegt, lag im April 09 bei 1.750.000.000.000 Euro, ausgeschrieben tausendsiebenhundertfünfzig Milliarden Euro. Der schwindelerregende Schuldenstand wäre an sich nicht so schlimm, schwerer wiegt die Tatsache, dass Italiens Wirtschaft seit Jahren schrumpft, das bedeutet die Ausgaben werden bei Weitem nicht gedeckt. Die Aussichten auf Wachstum sind in den Zeiten der Wirtschaftskrise mehr als dürftig, entgegen den Beteuerungen des Ministerpräsidenten, der vom hohen optimistischen Ross aus (bisogna cavalcare l'ottimismo) zaghafte Wachstumssprosse erkennen will.

18.12.09

messaggio promozionale - Werbeschaltung

Die Liebe besiegt immer das Böse*... die Richter, die Linke, die Opposition, die Kommunisten, La Repubblica (ital. Tageszeitung), L' Espresso (italienische Zeitschrift), Floris Giovanni (Moderator Sendung Ballarò), Michele Santoro (Moderator Sendung Annozero), Financial Times, El Pais, Murdoch Rupert (SKY), Fini Gianfranco (?), Roberto Saviano (Initiator einer Unterschriftenaktion gegen die Legge ad Personam, Schriftsteller und Journalist), Di Pietro (Abgeordneter von Italia dei Valori und ehemaliger Staatsanwalt), Patrizia d' Addario (Escort-Dame), 90% der ausländischen Presse, meine Ex-Frau Veronica, alle gegen mich gerichteten Protestaktionen, Facebook, Rosy Bindi (Abgeordnete des PD)...
und all jene Schurken, die anders denken!!!

* der Popolo di Libertà ist nach dem Übergriff auf Berlusconi mit dem Slogan "die Liebe besiegt immer den Hass" an die Öffentlichkeit gegangen. Berlusconi selbst meinte nach dem Vorfall, dass er sich von vielen geliebt fühle und es sind, wenn überhaupt, nur einige Wenige die ihn hassen würden.
Die Regierung verschärft indes die Maßnahmen gegen jene angeblich Wenigen hassenden, zum Schutze des Regierungschefs und damit er nur mehr Liebe erfahre.
Denn er will und muss geliebt werden.

25.06.09

Italian Stallion

Er würde diese Verleumdungen wie Müll hinwegfegen, mit der Materie sei er schließlich vertraut, siehe Neapel. Seine Worte in Gottes Ohr. Allein die katholische Kirche mag ihnen keinen Glauben schenken, zu offensichtlich sei das Sündenregister. Sie mag wahrlich über vieles hinweg gesehen haben in den letzten Jahrzehnten, aber das sechste Gebot gilt für alle Sterblichen inklusive Berlusconi: du sollst keusch und zuchtvoll leben und natürlich nicht ehebrechen!

12.06.09

Geben und Nehmen


Silvio hat es wieder gut gemacht, er hilft dem lybischen Diktator beim Vergessen. Die dunkle Kolonialzeit ist somit gelöscht, auch wenn Muammar in seinem unausweichlichen Hang zur Theatralik ein etwas desolates Foto von einem unerschütterlichen Widerstandskämpfer gegen das faschistische Italien breit auf seiner Brust trägt. Dies wahrscheinlich eingedenk der Leiden des lybischen Volkes, das er allerselbst zur Gänze und endgültig befreit haben will.
So viel zum Theater. Hinter den Kulissen bezahlt Italien 3,5 Mrd. Euro an Lybien, die in den Bau von Infrastrukturen fließen. Dafür wird der afrikanische Löwe das Kapital seines geliebten Volkes vornehmlich in Italien investieren, die Bauarbeiten gehen weitgehend an italienische Unternehmen, Italien erhält Öl und Gas und nicht zuletzt darf Italien jetzt Bootsflüchtlinge postwendend nach Lybien zurückschicken. Ertrinken ist ab sofort nur mehr in lybischen Hoheitsgewässern zulässig.

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