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29.07.11

Patt - Situation

Die amerikanischen Abgeordneten haben offenbar Nerven aus Stahl. Das Nervenkostüm der Anleger dagegen entpuppt sich wie gewohnt als sehr fragil: Der Goldpreis schnellt in ungeahnte Höhen und der Schweizer Franken bewährt sich als Fluchtwährung. 
Die Staatspleite ist bereits im Gespräch, eine Einigung in letzter Sekunde rückt mit dem Verstreichen der Zeit immer weiter in die Ferne. Die Fronten haben sich festgefahren, zu allem Überfluss. Ist denn alles angerichtet für den weltwirtschaftlichen Supergau? Eigentlich schon, die Wand steht unbeirrt, auf die der Karren prallen wird. Dennoch, die dünne Hoffnung, sie lebt. Die Hoffnung, auf eine rechtzeitige einvernehmliche Lösung und dass sich das Gefährt dann noch als mänovrierfähig erweist.

04.05.11

Faustrecht

Die USA  befinden sich im Krieg. Im Krieg gegen den internationalen Terrorismus. Es ist ein asymmetrisches Geschehen, auf der einen Seite die militärische Supermacht, hochgerüstet und unbezwingbar auf offenem Feld. Ihr gegenüber ein unsichtbarer Feind, nicht greifbar und  organisiert in unzähligen sogenannten Zellen, die längst unabhängig voneinander operieren. Der Aufwand der westlichen Welt ist immens, die "Gefahr des neuen Jahrtausends" , zu der sie gerne hochgespielt wird, im Zaum zu halten. Die Erfolge im Kampf gegen den Terror sind ebenso diffus, nicht eindeutig als solche zu benennen. Und der grenzenlose Einsatz der militärischen Maschinerie und des Sicherheitsapparates schreien förmlich nach vorweisbaren Ergebnissen.
Nun hat sich die USA von diesem Druck befreit, sie hat sich im Alleingang der Identifikationsfigur des Gegners entledigt, schnell und kompromisslos. Ein flüchtiger Sieg mit bitterem Beigeschmack. Denn der  Triumph ist  zugleich Niederlage für den Rechtsstaat, für das demokratische System nach Vorstellung des westlichen Welt.

15.04.11

Krisenstimmung

Eine beispiellose Aufbruchstimmung im nördlichen Afrika und in einigen anderen arabischen Ländern fegt die Diktatoren hinweg.
Die westlichen Demokratien trauen ihren Augen nicht, sie fühlen sich überrumpelt, sind sie es doch gewohnt Demokratie eigenhändig  und wortgewaltig zu exportieren. Indes wachsen andere Sorgen: Angst um die Ölversorgung und Furcht vor den Auswanderungswellen der betroffenen Länder.

20.03.10

Baulust/building spree

 
Der Zeitpunkt war unglücklich gewählt. Ausgerechnet als der Vizepräsident der USA in Israel weilt, verkündet Netanjahu den Bau von 1600 Wohnungen in Ostjerusalem und brüskiert damit die USA, die den erlahmenden Friedensprozess nur mühsam in Gang halten können. Netanjahu selbst, schockiert ob der heftigen Reaktion des Bündnispartners, spricht ausweichend von falschem Timing und einem natürlichen Wachstums Israels.

22.01.10

Soforthilfe

Stau, die Helfer aus aller Welt sind zahlreich erschienen, sie erreichen aber nicht die Bedürftigen. Es ist schrecklich, eine bis zu den Zähnen ausgerüstete Helfergemeinschaft bahnt sich mühselig den Weg zu den Opfern. Die Katastrophe stellt extrem hohe logistische Anforderungen, die Maßnahmen verlaufen chaotisch kreuz, quer und ins Leere. Vorwürfe werden laut. Die USA würden die einzige Landebahn für die Evakuierung amerikanischer Staatsbürger besetzen, militärische Interessen voran stellen, hört man hinter vorgehaltener Hand. Erst eine geschlagene Woche nach dem Beben entscheidet man sich für den Abwurf von Lebensmitteln und Trinkwasser. Erdbebenopfer und Helfer irren gleichermaßen zwischen den Trümmerhaufen umher, operiert wird mit Taschenlampen und Stofffetzen müssen als Verbandsmaterial herhalten. Eine der verheerensden Erdbebenkatastrophen wird - so wie es aussieht - aus den Titelseiten der Nachrichtenjournale rutschen bevor viele Opfer die Hilfe überhaupt erreicht.

06.01.10

entsumpfen

pozzi neri
Manche Geheimdienste sind so geheim, dass sie sich wohl selbst und der Welt ein Rätsel sind. Ihre Erfolge gelangen nicht an die Öffentlichkeit, wohl aber ihr Versagen. Kein gutes Licht fällt derzeit auf den mächtigsten und größten Apparat, auf die CIA. Anlass ist - so wird es jedenfalls von den Medien dargestellt - ein konsequentes Wegschauen und Übersehen von deutlichen Hinweisen, dass in Kürze eine Bombe hochgehen wird, in Detroit. Die Medien wussten das alles schon im Voraus, behaupten sie im Nachhinein, jedenfalls war ihre Ahnung größer als die der gesamten amerikanischen Geheimdienstarmada.

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